Moneyball – Die Kunst zu gewinnen

MoneyballDie Kunst zu gewinnen – Moneyball

Ein allgemein bekanntes Credo für den sportlichen Wettbewerb besagt, dabei zu sein, ist das wichtigste. Im Profisport, ganz gleich in welchem Land und in welcher Sportart, geht es jedoch schlicht und ergreifen um den Gewinn – und zwar um den sportlichen und den finanziellen. Auch im amerikanischen Baseball hat sich somit ein wahres Geschäft entwickelt, in dem letztlich nur der Profit zählt und der Wert eines Spielers über dessen Karriere entscheidet. Sogenannte Scouts beurteilen schon früh Nachwuchstalente und beeinflussen damit deren Schicksal. Als schwach eingeschätzte Spieler bleiben so auf der Strecke und die vielversprechendsten Talente können sich nur die finanzstarken Vereine leisten. Bennett Millers Film „Die Kunst zu gewinnen – Moneyball“ aus dem Jahr 2011 handelt von genau diesem Aspekt des Sports. Hintergrund des Sportdramas ist das Buch „Moneyball: The Art of Winning an Unfair Game“, das wie der Film auch von einer erfolgreichen Ära einer Baseball-Profimannschaft der Ursache des Erfolgs erzählt.

Der Trailer zum Film

Aus der Not eine Tugend gemacht

Die Oakland Athletics, eine Mannschaft der Major League Baseball, konnten schon lange keine Erfolge mehr verzeichnen. Auch in der letzten Saison scheiterte man frühzeitig in den Playoffs und die wenigen wirklich guten Spieler des Teams sind zu besser gestellten Clubs gewechselt. Die Konkurrenz wird somit stärker und stärker, während sich die Mannschaft von Teammanager und ehemaligen Baseballspieler Billy Beane (Brad Pitt) in einer Sackgasse befindet. Auch von Seiten der Clubbesitzer und Geldgeber können keine weiteren Mittel für Spielertransfers erwartet werden. Beane ist gezwungen, eine neue Herangehensweise zu wagen. Entgegen des Widerstands der Scouts des Clubs und auch gegen den Willen des Trainers Art Howe (Philip Seymour Hoffmann) vertraut der Teammanager auf den Yale-Absolventen, Computerprofi und Baseballfan Peter Brand (Jonah Hill) und widmet sich mit ihm den sogenannten Sabermetrics. Dies ist ein in der Szene verspottetes Statistikverfahren mithilfe von Computerdaten. Somit stellen sie ein neues Team auf und verpflichten dafür Spieler, die beim klassischen Scoutingsystem und Auswahlverfahren aussortiert werden und daher kostengünstig sind. Funktionäre, Berater und Verantwortliche der Oakland Athletics sind davon wenig begeistert, doch Beane und Brand vertrauen auf ihr Vorhaben und scheuen auch keine Verpflichtung von Teilinvaliden. Die Spieler müssen ganz einfach auf die richtige Art und Weise eingesetzt werden.

Allen Kritikern zum Trotz

Als die neue Saison beginnt, scheint es, als würde das Vorhaben wie von vielen erwartet scheitern. Ein Spiel nach dem anderen geht verloren und die regionale sowie überregionale Presse üben harsche Kritik und beschuldigen Billy als Hauptverantwortlichen. Die vereinsinternen Kritiker sehen sich bestätigt und auch Trainer Howe hält überwiegend an der Aufstellung der bisherigen Spieler fest. Selbst daheim muss der Teammanager mit den Folgen der sportlichen Misere seines Clubs umgehen, da auch seine Tochter die öffentliche Meinung über ihren Vater mitbekommt und sich um ihn sorgt. Billy Beane und Peter Brand sind jedoch gewillt, den Misserfolg zu beenden und den Sinn ihrer Strategie zu beweisen. Schließlich werden einige Stammspieler sogar verkauft, sodass der Trainer nicht um die Aufstellung der neuen Spieler herum kommt. Tatsächlich offenbart sich nun doch das Potential der zusammengestellten Mannschaft. Die Oakland Athletics beginnen, ihre Spiele zu gewinnen und legen eine glatte Erfolgsserie hin, die keiner erwartet hätte. Mit 20 Siegen in Folge stellen sie einen neuen Ligarekord auf. In der ersten Knockout-Runde allerdings scheitert die Mannschaft, wie schon in der Vorsaison. Beane stürzt somit erneut in Selbstzweifel und betrachtet seine Idee und einstige Strategie als gescheitert. Welche Wirkung seine Arbeit am Ende aber doch gehabt hat, erfährt er auf ganz ungeahnte und umso bewegendere Art und Weise.